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Volles Programm: Das Wichtigste vom 2. Tag des Deutschen Sparkassentags 2016

Auch am 2. Tag des Deutschen Sparkassentags 2016 gab es für die Teilnehmer einen bunten Strauß aktueller Themen in Form spannender Vorträge und hochkarätig besetzter Expertenrunden aus Finanzwirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Die erste Talkrunde im Themenforum „Einfach menschlich.“ behandelte das Thema „Kollege Maschine – Ist der Sparkassenberater ein Auslaufmodell?“ Mensch oder Maschine – dieses Entweder/Oder werde es in Zukunft nicht geben, zeigten sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde überzeugt. „Gemeinsam können sie stark sein“, fasste Prof. Dr. Elisabeth André von der Universität Augsburg die Runde zusammen. Die Zukunft werde digitaler, aber der Faktor Mensch bleibe weiterhin wichtig. „Es wird auch in Zukunft genug Leute geben, die einen Menschen als Berater einer Maschine vorziehen“, so André.

Beim 2. Programmpunkt stand alles im Zeichen der Einfachheit. Der Vortrag von Simplicity-Coach Michael Hartschen zeigte: Wer im Unternehmen etwas einfacher gestalten möchte, sollte vor allem eins – seinen Kunden zuhören. Für Hartschen gilt: „Einfachheit gelingt nur dann, wenn man den Kunden in den Mittelpunkt stellt.“

Dass die Niedrigzinspolitik die Wirtschaft weniger beflügelt als vielmehr lähmt, war das Ergebnis der Expertenrunde „Geld ohne Preis“ im Themenforum „Einfach sicher.“ Demnach sei die expansive Geldpolitik in Verbindung mit dem anhaltenden historischen Niedrigzins einer der zentralen Auslöser für die zurückhaltende Investitionstätigkeit der Unternehmen. Der zunehmende Preis- und Margendruck, die anhaltende Niedrigzinsphase und der Trend zu kurzfristigen Einlagen hätten zudem einen hohen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit aller Kreditinstitute – und auf die Vermögensbildung bzw. Altersvorsorge ihrer Kunden. Im Ergebnis betrachtete die Runde eine Anhebung des Leitzinses durch die EZB als zwingend geboten.

Chancen nutzen, ohne den Schutz der Verbraucher zu vergessen: Dass Big Data vor allem den Menschen nutzen solle, darauf einigten sich die Teilnehmer des Expertenpanels „Digitaler Datenbrunnen – Big Data auf dem Vormarsch“. Viele Menschen wüssten nicht, was mit ihren Daten passiert, die sie oft unbewusst preisgeben. Bei den Sparkassen brauchen sie sich darum aber keine Sorgen machen: „Wir verwahren die Daten sicher zum Wohl unserer Kunden“, sagte Prof. Michael Ilg, Vorsitzender der Geschäftsführung der DSV-Gruppe.

Im Themenforum „Einfach zukunftsweisend“ standen zunächst FinTechs auf dem Programm. Diese mischten momentan zwar den Finanzmarkt auf. An einen Siegeszug der jungen wendigen Finanzakteure glaubte jedoch niemand – zumindest nicht in der Gesprächsrunde „FinTech – Neuordnung der Finanzbranche?“ So relativierte etwa Dr. Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV: „10.000 Kunden zu gewinnen, ist einfach. Aber 35 Millionen Kunden etwas anzubieten, was denen auch gefällt, das hat Wucht.“

In der folgenden Talkrunde „Die Generation Y erklärt sich selbst“ zeigten sich die jungen Teilnehmer zwiegespalten, wie Bankberatung in der Zukunft aussehen sollte. Nur in einem waren sich alle einig: Die Generation Y ist entgegen aller Mythen sehr loyal. Wer sich einmal gut beraten fühlt, bleibt seinem Kreditinstitut treu.

Nach den Themenforen ging es auf der Hauptbühne weiter: Mit Spannung erwartet wurde die Rede von Prof. Dr. Dr. Udo die Fabio. Der Staatsrechtler und Bundesverfassungsrichter a.D. macht sich Sorgen um Europa. Und forderte eine faire Verteilung von Koordination und Eigenverantwortung. Vor diesem Hintergrund verwies er auch auf die Pläne der EU-Kommission für die Europäische Einlagensicherung: Das Wesentliche bei einer solchen Vergemeinschaftung sei, dass ein weiteres Mal ein Anreiz zu „Moral Hazard“ gesetzt werde, gab di Fabio zu bedenken.

Anschließend kamen die rund 260 Teilnehmer des Azubi-Camps noch einmal in der Arena zur Ergebnispräsentation zusammen. Und es soll nicht das letzte Mal gewesen sein: Das intensive Networking des Sparkassennachwuchses, das bereits im Vorfeld des Deutschen Sparkassentags begonnen hatte, wird fortgeführt. „Wir wollen richtig Gas geben“, sagte Steffen Brand, Auszubildender der Sparkasse Krefeld. Gemeinsam mit vier Azubi-Kollegen präsentierte er zum Abschluss des 25. Sparkassentages die Ergebnisse des Camps, im Rahmen dessen die jungen Teilnehmer an Ideen für die Sparkasse von morgen gearbeitet hatten.

Die Rolle der Digitalisierung bei der Talentsuche stellte Thomas Sattelberger, ehemaliger Telekom-Personalvorstand, heraus. Nachwuchskräfte wünschten sich eine digitalaffine Umgebung; einen Arbeitsort, an dem sie Kunden auch mit digitalen Medien beraten. Im anschließenden Podiumsgespräch verwies Patric Fedlmeier, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Provinzial Rheinland Versicherung, auf die großen Umbrüche beim Talentmanagement. Das Azubi-Camp beim Deutschen Sparkassentag 2016 sei schon deshalb eine sehr gute Idee gewesen.

Zum Abschluss der Großveranstaltung gab Thomas Mang, Vizepräsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, den Veranstaltungsort für das nächste große Treffen der Sparkassenfamilie in drei Jahren bekannt: Der 26. Deutsche Sparkassentag findet 2019 in der Hansestadt Hamburg statt.