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FinTechs auf dem Prüfstand

FinTechs mischen zwar den Finanzmarkt auf. An einen Siegeszug der jungen wendigen Finanzakteure glaubt jedoch niemand – zumindest nicht in der Gesprächsrunde „FinTech – Neuordnung der Finanzbranche?“ Die Herausforderung der Sparkassen bestehe vor allem darin, jene FinTechs zu identifizieren, die lebensfähige Lösungen anbieten und Partner der Sparkassen sein wollen. „Wir wollen einen attraktiven Anknüpfungspunkt für FinTechs schaffen, um mit ihnen zusammenzuarbeiten“, sagte Franz-Theo Brockhoff, Vorsitzender der Geschäftsführung Finanz Informatik.

„10.000 Kunden zu gewinnen, ist einfach. Aber 35 Millionen Kunden etwas anzubieten, was denen auch gefällt, das hat Wucht.“, differenzierte Dr. Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV. Er unterschied FinTechs in jene, die Lösungen in der Wertschöpfungskette anbieten und jene, die sich in die Kundenschnittstelle hängen. Auf Letztere gelte es vor allem aufzupassen.

Die größte Konkurrenz für die Sparkassen sieht Jochen Siegert, Vorstand des FinTechs Traxpay AG, im Kundenmassenmarkt – dort, wo Probleme technisch einfach lösbar sind. Allerdings genössen Sparkassen gerade hier einen großen Vertrauensvorschuss: „Viele FinTechs würden sich ein Bein ausreißen, um nur die Hälfte des Vertrauens zu haben, das die Sparkassen haben.“

Ein grundsätzlich anderes Problem sieht Karsten John, Head of Financial Services GfK darin, dass vor allem die jungen Deutschen nicht gern über ihre Finanzen reden. „Es wird immer gesagt, die Digital Natives wollen immer nur Apps. Fakt ist: Sie interessieren nicht für Finanzen.“ Deshalb müssten Finanzdienstleistungen aber erst recht einfach nutzbar sein.