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„Wir brauchen eine Reformation der digitalen Welt“

Das weltweite Problem der digitalen Wirtschaft ist der große Vertrauensmangel in der Bevölkerung, so Andrew Keen auf dem Deutschen Sparkassentag 2016. „Die Sparkassen dagegen haben einen großen Vertrauensbonus bei ihren Kunden“, betonte der international bekannte Internetkritiker. Daher könnten sie entscheidend dazu beitragen, für mehr Vertrauen und Verantwortung zu sorgen.

Einer der größten Fehler der digitalen Revolution sei, dass das Kundenwohl nicht mehr im Mittelpunkt des Unternehmensinteresses stehe. Stattdessen seien die Kunden selbst zum Produkt geworden: Führende Internetkonzerne seien lediglich an ihren Daten interessiert. „Das Problem dabei ist, dass die Menschen das nicht verstehen und daher nicht wissen, wie ihre Daten missbraucht werden.“

Zudem sehe er eine immer stärkere Konzentration von Macht: „Immer weniger Unternehmen haben immer mehr Kontrolle.“ Wenn diese Entwicklung so weiter gehe, bedeute das das Ende der freien Wirtschaft. „Daher brauchen wir eine Reformation der digitalen Welt.“

Keen zufolge ist es wichtig, Bewusstsein für diesen Missstand zu schaffen. Gerade aufgrund des einmaligen Vertrauensbonus, den die Sparkassen in der Bevölkerung haben, könnten sie hierzu entscheidend beitragen, so Keen weiter: „Aufgrund ihrer Nähe zu den Menschen können sie zum Aufbau von Vertrauen und Verantwortung entscheidend beitragen.“